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Ersatzteile neu gedacht

Greiner Packaging produziert täglich Millionen von Lebensmittelverpackungen und erfüllt dabei höchste Anforderungen an Effizienz und Verfügbarkeit. Für wichtige Maschinenteile war das Unternehmen bisher auf teure Originalteile mit langen Lieferzeiten angewiesen. Gemeinsam mit der SFS Group entwickelte Greiner eine 3D-gedruckte Alternative. Das Resultat: deutlich tiefere Kosten, schnellere Verfügbarkeit und mehr Flexibilität im Betrieb.

Added Value


  • Deutliche Kostensenkung durch günstigere Ersatzteile und minimierte Maschinenstillstände
  • Kürzere Lieferzeiten und weniger Abhängigkeiten in der Versorgungskette
  • Höhere Produktionssicherheit durch praxisnahe Lösungen
  • Effektives Teamwork führt zu reibungslosen Prozessen

Am Standort von Greiner Packaging in Diepoldsau (Schweiz) verarbeiten die Maschinen einer einzigen Abteilung täglich rund drei Millionen Becher. Die Produktion ist stark ausgelastet – Ausfälle kosten Zeit und Geld. Entsprechend entscheidend sind stabile Prozesse und schnell verfügbare Ersatzteile.

Ausgangslage: teuer und unflexibel
Ein zentraler Produktionsschritt ist das Segmentieren: Ein Karton wird um den Becher gelegt und weiterverarbeitet. Dabei kommen unter anderem Greifarme und Faltfinger zum Einsatz. Diese Teile mussten bisher als Originalersatzteile beschafft werden – teuer und mit langen Lieferzeiten. Ein Greifarm kostet rund CHF 900.–; selbst einfachere Varianten mehrere hundert Franken. Bei Defekten an der Maschine oder am Ersatzteil drohten Verzögerungen oder im schlimmsten Fall Stillstände.

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V. l. n. r.: Bisherige Originalersatzteile von Greiner (1–2), Prototypenentwicklung bei SFS (3–5), finale Ausführung mit gedrucktem Dichtungsring (6)

Gemeinsam zur Lösung
Greiner suchte eine wirtschaftlichere und flexiblere Alternative. Über bestehende Kontakte entstand die Zusammenarbeit mit SFS und Hoffmann Additive Manufacturing (ehemals Jellypipe AG), einem Unternehmen, das seit Anfang 2026 Teil der SFS Group ist. Entscheidend war dabei nicht nur der niedrige Preis für das Ersatzteil, sondern die enge, lösungsorientierte Zusammenarbeit. Das Bauteil wurde gemeinsam neu entwickelt, getestet und optimiert. Herausforderungen wurden Schritt für Schritt gelöst – im direkten Austausch zwischen den Teams.

Christian Paul Technical Manager Thermoforming bei Greiner Packaging AG
«Entscheidend war für uns nicht nur der Preis, sondern vor allem der verlässliche Support und die gute Zusammenarbeit. Gemeinsam haben wir eine Lösung entwickelt, die unsere Produktion flexibler macht und Ausfälle reduziert.»
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Technisch durchdacht umgesetzt
Ausgangspunkt war ein bestehendes Bauteil, das hinsichtlich Funktion, Geometrie und Material neu gestaltet wurde. Ziel war eine robuste Gesamtlösung für den Produktionsalltag. Besonders anspruchsvoll war die Auslegung der Vakuumkanäle in den Greifarmen: Sie müssen zuverlässig funktionieren, genügend Luft führen und gleichzeitig verhindern, dass Pulverrückstände in die Maschine gelangen. Auch die Dichtigkeit spielte eine zentrale Rolle. Die Geometrie wurde fortlaufend optimiert, bis die Bauteile den hohen Anforderungen im Betrieb standhielten.

Material und Design als Erfolgsfaktoren
Zum Einsatz kommt heute PA12, ein technischer Kunststoff mit hoher Festigkeit und Widerstandsfähigkeit, der für die Lebensmittelproduktion geeignet ist. Auch Hygieneaspekte wurden berücksichtigt: Graue Bauteile machen Verschmutzungen durch weissen Leim besser sichtbar. Zusätzlich sind bestimmte Teile mit definierten Sollbruchstellen ausgelegt: Im Störfall geben sie gezielt nach und schützen so empfindlichere Komponenten – ein klarer Vorteil für die Betriebssicherheit.

Messbarer Mehrwert im Betrieb
Die Wirkung ist deutlich: Ein 3D-gedruckter Greifarm kostet heute rund CHF 20.– statt wie bisher rund CHF 900.–. Gleichzeitig verkürzt sich die Lieferzeit von mehreren Wochen auf etwa zehn Tage. Damit sinken nicht nur die Kosten, sondern auch die Abhängigkeit von Lieferketten. Die Produktion wird flexibler, reaktionsschneller und robuster gegenüber Störungen.

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Flexibilität für weitere Anwendungen
Ein zusätzlicher Vorteil ist die hohe Konstruktionsfreiheit, denn Anpassungen an neue Formate oder Anforderungen lassen sich schnell umsetzen. Für Greiner ist 3D-Druck deshalb mehr als eine Einzellösung. Weitere Anwendungen sind bereits in Prüfung – von Montagehilfen bis zu komplexen Funktionsteilen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit zeigt, wie additive Fertigung praxisnah integriert werden kann und nachhaltigen Mehrwert schafft.

Kontakt & Services

Marcel Jordan